• 12. - 14.11 2020

TPACK: So wird kreatives Lehren möglich!

Die Zeiten des Frontalunterrichts scheinen vorbei zu sein. Die aktuelle Lehr- und Lernsituation hat sich geändert, aber auch die Generationen in den Klassenzimmern. Das TPACK Modell unterstützt dabei alle Beteiligte.

Text von Mag. Claudia Dabringer, freie Journalistin 
 

Der Großteil der SchülerInnen, die derzeit in den (virtuellen) Klassenzimmern sitzen, gehören der Generation Z an. Ihr wird unter anderem nachgesagt, dass sie weniger Zeit in der analogen Welt verbringt. Und jene, die sich anschließt – egal, ob sie nun „Alpha“ oder E genannt wird -, wird noch weniger ohne die Internet-Anbindung leben können als die bisherigen. Das erfordert von Lehrenden immenses Umdenken, denn ohne Digitalität, also der Verschränkung von "digitalen" und "analogen" Wirklichkeiten, wird es für sie nicht gehen.

TPACK verbindet

Ein beliebtes Modell, das genau diesen Spagat schafft, ist das TPACK-Modell. TPACK ist die Abkürzung von Technological Pedagogical Content Knowledge und kommt aus den USA. Basierend auf den Überlegungen des amerikanischen Bildungswissenschaftlers Lee S. Shulman aus dem Jahr 1986 entwickelten seine Kollegen Punya Mishra und Matthew J. Koehler das Modell weiter. 2006 ergänzten sie es um die wichtige Komponente des technologischen Wissens. 

Drei Säulen

Diese erste Säule von TPACK ist jene über den Umgang mit Tablets, Internet, Software-Anwendungen. Säule Zwei: das pädagogischem Wissen. Darunter versteht man das Know-how über Lehr- und Lernprozesse. Dazu gehört, dass Lehrende wissen, wie ihre SchülerInnen lernen oder zu motivieren sind. Und das inhaltliche Wissen umfasst das Expertentum auf einem Fachgebiet. 

© Shutterstock
Das TPACK Modell als ganzheitlicher Rahmen zur Planung von mediengestützten Unterrichtsmethoden. 

Eins greift ins Andere

Diese drei Bereiche können nun miteinander kombiniert werden und bilden dadurch Schnittmengen. Wer über pädagogisch-inhaltliches Wissen verfügt, weiß, wie er bestimmte Inhalte an Lernende bringt. Zu wissen, welche pädagogischen Möglichkeiten und Einschränkungen digitale Medien mit sich bringen, fällt in die Schnittmenge technologisch-pädagogischen Wissens. Und wenn man sich im Klaren darüber ist, wie diese Medien verwendet werden können, um neue Unterrichtsinhalte zu vermitteln, wird der Bereich des technologisch-inhaltlichen Wissens abgedeckt. 

© TPACK.ORG

Hier passiert Kreativität

An dem Punkt, wo sich diese drei Schnittmengen treffen, passiert technologisch-pädagogisches Inhaltswissen, also TPACK. Das bedeutet: Es gibt weder die EINE Unterrichtsmethode oder die EINE Technologie zur Vermittlung. Alle Bereiche beeinflussen sich gegenseitig und führen nur gemeinsam zum (Lern-) Erfolg. Konkret sieht das so aus: Der Lehrende muss mit anhand seines Expertentums bewerten, ob für die Wissensvermittlung ein Vortrag oder eine Selbsterarbeitungsphase besser geeignet sind. Diese Überlegung wirkt sich auf die Wahl des Mediums aus. Entscheidet er sich nun für zweiteres, kann er seine SchülerInnen durch ein Video-Tutorial anleiten. Und als Arbeitsgerät ein Tablet wählen. Wählt der Lehrende den Vortrag, kann er auch das Tablet einsetzen, doch eher als Präsentationstool. 

Mit TPACK rückt die gegenseitige Beeinflussung von Inhalt, Methode und Technik in den Fokus, der vielleicht bislang darauf lag, welche Methode und welche Technik für welchen Inhalt genutzt werden kann. Dadurch werden neue, kreative Ansätze möglich.