• 12. - 14.11.2020
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Und bleibt die Schule online?

 

Nachdem der Corona Virus uns nun gezwungen hat, E-Learning und Fernunterricht schnellstmöglich zu etablieren und zu akzeptieren, ist es fraglich, wie und ob der Weg zurück zum bisherigen Lernen nach der Pandemie gegangen werden soll.

 © Shutterstock Maria Symchych

Ein Rückblick
Bis zum März dieses Jahres wurde Lernen in der virtuellen Welt an vielen Schulen mehr oder weniger intensiv geübt und als Ergänzung zum normalen Präsenzunterricht eingesetzt. Man arbeitete an den Problemen, wie nicht vorhandener Ausstattung – sowohl an Schulen, aber auch bei den Schülerinnen und Schülern zuhause, den Hürden beim Zugang zu Online-Materialien oder der Umsetzung neuer didaktischer Konzepte. Erst durch die abrupten Maßnahmen unserer Regierung zur Bekämpfung des Covid-19 Virus musste radikal vollständig auf Fernunterricht umgestellt werden. Schnell stellte sich heraus, dass es nur durch das Nutzen von z.B. Apps oder Lernplattformen möglich ist, eine Fortbildung der Schüler und Schülerinnen in Österreich zu gewährleisten.

Der Beginn des Fernunterrichts
Nun mussten die Kinder aus der Ferne unterrichtet werden. Viele Pädagoginnen und Pädagogen gaben ihren Schülerinnen und Schülern für die erste Zeit Arbeitsblätter mit. Schnell stellte man fest, dass sich diese Pandemie und damit der Fernunterricht über einen längeren Zeitraum erstrecken wird - eine extreme Herausforderung für viele Bildungsinstitutionen. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat sofort darauf reagiert und die Serverkapazität erhöht, technische Verbesserungen forciert und versucht, noch mehr Unterrichtsmaterialien online zur Verfügung zu stellen. Es wurden die bestehenden Lernplattformen innerhalb weniger Tage für die enorm steigenden Zugriffszahlen aufgerüstet, Online-Fortbildungen für Lehrpersonen massiv ausgebaut und Supportstrukturen für Lehrpersonen erstellt.

Die Hürden
Nun treten einige Probleme auf: Viele Kinder haben keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum Internet bzw. müssen diesen gemeinsam mit Ihren Eltern und Geschwistern nutzen. Auch an Endgeräten mangelt es oft. So müssen sich viele Kinder den Computer mit ihren Eltern oder Geschwistern teilen oder es gibt in den Haushalten gar keinen Computer, von einem Drucker sprechen wir hier noch gar nicht und die räumlichen Gegebenheiten sind für konzentriertes Arbeiten oft nicht ausreichend.

Die Bildungsdirektionen waren aufgerufen zu eruieren, welche und wie viele Kinder diese Probleme betreffen um hier Abhilfe zu schaffen. Daraufhin wurden vom Bund und von den Ländern mehrere Fördermaßnahmen ergriffen, um Haushalte aber auch Schulen bei diesen Ausstattungsproblemen zu unterstützen.

Die digitalen Vorreiter
Ein Beispiel, dass dieser abrupte Umstieg zu Fernunterricht auch etwas flüssiger ablaufen kann, finden wir im Bundesland Tirol. Dort sind digitale Strukturen schon seit Jahren flächendeckend in Betrieb. Alle Lehrpersonen und alle Schülerinnen und Schüler verfügen über eine Mailadresse, zentrale Dienste wie eine Lernplattform oder das Angebot des Medienzentrums können von allen Lernenden und Lehrenden auch von zuhause aus genutzt werden. Im Land gibt es seit gut zwei Jahren eine Förderaktion für den Ausbau der digitalen Ausstattung an den Schulen und schon sehr viel länger Supportstrukturen für alle Schulen in technischen und pädagogischen Fragen. So konnte auch sehr rasch ein im Hoheitsbereich des Landes Tirol gehostetes Videokonferenzsystem nachgerüstet werden, das jetzt für online-Unterricht zur Verfügung steht.

Hier wurde bereits vor Jahren erfolgreich mit der Umstellung in das digitale Jahrhundert begonnen und – was noch viel wichtiger ist- es wurde auch angenommen.

Unterstützung für Pädagogen
Natürlich ist diese Umstellung in die digitale Welt nicht nur für Eltern und Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung, sondern auf jeden Fall auch für die Pädagoginnen und Pädagogen. So muss sich eine Lehrkraft jetzt jedem Schüler einzeln widmen. Was ansonsten im Verbund in der Klasse gesagt wurde, muss nun oft jedem Kind wie in einem Einzelunterricht beigebracht werden – vor allem, was das so essentielle Feedback betrifft. Der Unterricht wird so viel aufwändiger für die Lehrkräfte. Auch hier versucht das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu helfen. Die eEducation-ExpertInnen arbeiten mit den Pädagogen und Pädagoginnen zusammen, es werden Videoschulungen, wie diese digitalen Unterrichtsmaterialien praktisch eingesetzt werden können, produziert und mittels der virtuellen pädagogischen Hochschule angeboten. Die Programme wie „Eduthek“ oder „digi4school“ werden ausgebaut, damit die Pädagogen und Pädagoginnen Lehrmaterialien auch online finden und anbieten können.

Interpädagogica 2020
Auf der Interpädagogica wurde bereits 2017 das Musterklassenzimmer „studio4i“ eingeführt. Im Musterklassenzimmer wird seit der Einführung jährlich Unterricht mit digitalen Hilfsmittel gezeigt. Sehr erfolgreich werden hier diverse Materialien und auch Hardware präsentiert, wie man individuell auf das Lerntempo eines jeden Schülers eingehen kann. Auch heuer vom 11.-14. November 2020, sofern es die Pandemie zulässt, werden auf der Messe wieder alle Neuheiten in der digitalen Welt vorgestellt.