• 12. - 14.11 2020

Warum es einen Plan für digitales Lernen und Lehren braucht

Digitales Lehren und Lernen benötigt nicht nur umfassende Kenntnisse über die unterschiedlichsten Online-Tools, die im Fernunterricht die Präsenzlehre ersetzen sollen. Digitales Lehren und Lernen braucht auch eine clevere Selbstorganisation.

Text von Mag. Claudia Dabringer, freie Journalistin

Eine Schweizer Studie der Pädagogischen Hochschule Zug hatte schon im Frühling für die D-A-CH-Länder ergeben: Schülerinnen und Schüler kommen unterschiedlich mit dem Home-Schooling zurecht. Während die eine Gruppe über eine gute selbstständige Tagesstruktur verfügte, früh aus dem Bett kam und zuhause unterstützt wurde, war die andere Gruppe passiver, stand später auf und verbrachte viermal soviel Zeit mit PC- und Videospielen. Und sie erhielt weniger häusliche Förderung. Auch wenn sich viele junge Menschen positiv darüber äußerten, dass sie zuhause ihrem individuellen Lernrhythmus folgen können und dadurch effizienter arbeiten – Selbstorganisation sollten auch sie (schon) beherrschen.

Selbstverantwortung beim Lernen

Neben den Zeiten, die von der Schule vorgegeben sind, ist es wichtig, sich eine kurze Auszeit zu nehmen. Und zwar vom Bildschirm, auch vom Smartphone - außer man nützt es, um seinen Lieblingssong zu hören und dazu abzutanzen. Einen Happen zu essen und etwas zu trinken, ist ebenfalls ein guter Plan für die kurze Pause zwischen den Lerneinheiten. Zudem wichtig: ein ruhiger Lernplatz, bei mehreren Kindern möglichst auch ein separater. Und die Räume für Lernen und Freizeit sollten nicht die gleichen sein. Ein Tipp: Wenn die Eltern außer Haus arbeiten, eine kurze Nachricht schreiben, wenn das Lernen beendet ist. Das schafft Vertrauen – und Ruhe.
 

Selfcaring beim Lehren

Für Lehrer, die selbst schulpflichtige Kinder zuhause betreuen, gilt ein straffes Zeitmanagement umso mehr. Denn sie stecken zwischen mehreren Rollen fest, nämlich der als Eltern und Lehrer, Privat- und Berufsperson. Und das alles in ein und demselben Ambiente. Umso wichtiger ist es, gewisse Routinen zu schaffen oder beizubehalten. In der Früh beispielsweise ist es essentiell, dass man sich den Wecker stellt und Zeit fürs ruhige Aufwachen einplant. Pausen sind für Schüler wie Lehrer wichtig. 

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Durch Selbstorganisation zum erfolgreichen digitalen Lernen und Lehren

Und auch Fristen zu setzen und sie einzuhalten, erleichtert den organisierten Schultag zuhause. Eine Aufgaben-Pinnwand kann dabei helfen. Dazu gehören Termine für Videochats, Hausübungsvergabe, Rückmeldungen und ein Ausblick auf die kommende Woche. Da viele Lehrerinnen stehend unterrichten, wird das viele Sitzen ungewohnt für sie sein. Alternativ könnte man den Laptop auf einem höheren Möbel wie einer Kommode oder einem Regal platzieren. Und last but not least: Ordnung rund um das Arbeits- und Kommunikationsgerät schafft auch Fokussierung. Sollten die Schüler während einer interaktiven Stunde also den Lehrerschreibtisch sehen, werden die Lehrenden ganz nebenbei zum Vorbild.

 

Link zur Studie:
www.schulbarometer.net