Bildungsministerin Schmied begrüßt den Nationalen Aktionsplan zur
Umsetzung der Behindertenrechtskonvention
Wien (MUK - 24.07.2012 12:41 Uhr) Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied begrüßt den
heute im Ministerrat vorgelegten "Nationalen Aktionsplan der
österreichischen Bundesregierung zur Umsetzung der
UN-Behindertenrechtskonvention 2012-2020": "Der vom BMASK
koordinierte 'Nationale Aktionsplan' ist eine gute Grundlage für die
Weiterentwicklung eines inklusiven Bildungssystems, in dem die
Teilhabe aller sichergestellt ist. Auch und gerade hier zeigt sich
die Notwendigkeit einer 'Schule für alle', die sich an den
Bedürfnissen, Interessen, Begabungen und Stärken der Schülerinnen und
Schüler orientiert."
Die UN - Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderungen, die gemeinsam mit dem Fakultativen Protokoll von
Österreich im Jahre 2008 ratifiziert wurde, definiert Ziele und
Maßnahmen, die die Umsetzung einer umfassenden Partizipation aller
Menschen am gesellschaftlichen und beruflichen Leben sicherstellen
sollen.
"Konkret bedeutet das vor allem den freien Schulzugang mit
entwicklungsorientiertem, individualisierendem Unterricht. Eine
inklusive Schule orientiert sich an den Stärken und Bedürfnissen der
Kinder und ist ein gemeinsamer Lern- und Lebensraum, in dem junge
Menschen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten angenommen und die
individuelle Leistungsbereitschaft so gefördert wird, dass die
bestmögliche (Aus-)Bildung möglich wird", erklärt die
Bildungsministerin.
Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur hat das
vergangene Jahr zur Entwicklung einer Umsetzungsstrategie genützt: In
einem wissenschaftlich begleiteten Diskussionsprozess wurden
Expertinnen und Experten von Behindertenorganisationen, Vereinen,
Dachverbänden und Interessensvertretungen einbezogen. Darüber hinaus
kamen Expertinnen und Experten aus dem Ministerium, den
Schulbehörden, der LehrerInnenbildung und der schulischen Praxis zu
Wort. Ziel war es, die komplexe Situation mit ihren vielfältigen
Interessen und Sichtweisen darzustellen sowie Wege und Maßnahmen der
Umsetzung zu identifizieren.
"Es war wichtig, in mehreren intensiven Dialogrunden das Bild
einer inklusiven Schule zu erarbeiten und auch bereits die ersten
Schritte mit Befürwortern und Skeptikern gemeinsam festzulegen",
schloss Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied.
Als Ergebnis des Beratungsprozesses liegen nun die wichtigsten
Handlungsfelder vor: Neben der pädagogischen und organisatorischen
Entwicklung von Schule und Unterricht, wird es vor allem um die die
Verbesserung der regionalen Unterstützungsstrukturen, die zukünftige
Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen und die bedarfs- und
bedürfnisgerechte Förderung gehen.
Mit dem Ansatz der 'Inklusiven Region' wurde auch ein Weg zur
Realisierung in der Praxis herausgearbeitet: Bund, Länder und
Gemeinden können zunächst in Modellregionen inklusive Schul- und
Unterrichtsangebote erproben und mit der Zeit ausbauen.
Die bisherigen Beratungsgespräche zeigen, dass günstige
Voraussetzungen für die Weiterentwicklung bzw. Schaffung inklusiver
Regionen besonders in jenen Bundesländern gegeben sind, in denen das
gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema 'Inklusion' und die
Integrationsquote hoch sind. Darüber hinaus zeigt sich, dass es aber
auch einen engagierten Kern von Eltern, PädagogInnen und
WissenschafterInnen braucht, die der Politik und Verwaltung bei der
Umsetzung zur Seite stehen.
Bereits im kommenden Schuljahr sollen Gespräche mit interessierten
Ländern und Gemeinden aufgenommen werden, um konkrete Schritte zur
Schaffung inklusiver Regionen zu setzen.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz
Pressesprecherin
Tel.: +43 1 53120 5030
mailto:julia.flunger-schulz@bmukk.gv.at
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