ÖGJ fordert: Ausbilden statt jammern!
Immer nur beschweren, wie dumm die Jugendlichen sind - davon bekommt
die Wirtschaft keine gut ausgebildeten Fachkräfte
Wien (NGB - 29.07.2010 11:44 Uhr) "Statt ständig darüber zu beschweren, dass die
Jugendlichen zu dumm und die Lehrlinge zu schlecht wären, sollten
sich Österreichs Unternehmer auf die Lehrlingsausbildung
konzentrieren" sagt der Vorsitzende der Österreichischen
Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr: "Vom Jammern werden die
gut ausgebildeten Fachkräfte nämlich nicht mehr." Heuer werden um
5.000 Lehrstellen weniger angeboten als noch vor zwei Jahren - und
das trotz hoher Förderungen.++++
Wenn Vertreter von Wirtschaft und Industrie der Ansicht sind, dass
die Lehrlinge zu schlecht sind, sollten sie etwas unternehmen, um die
Qualität der von ihnen angebotenen Ausbildung zu heben. Eine dieser
Möglichkeiten ist der Praxistest, also der Ausbildungsnachweis zur
Mitte der Lehrzeit. Dafür bekommen die Betriebe bis zu 3.000 Euro pro
Lehrling, die Lehrlinge bekommen davon meistens gar nichts.
Michlmayr: "Es kann doch nicht sein, dass Lehrlinge die Leistung
bringen, sich in ihrer Freizeit auf den Praxistest vorbereiten und
nur einen warmen Händedruck dafür bekommen. Wir fordern einen
gerechten Anteil der Kohle für die Lehrlinge!"
Dass Bildungsmängel bei den LehrstellenbewerberInnen vorkommen, will
Michlmayr aber gar nicht bestreiten: Derzeit geht ein riesiges
Bildungspotential verloren, weil Kinder aus "bildungsfernen" Familien
aus dem Bildungssystem gedrängt werden, statt deren Fähigkeiten
gezielt zu fördern. "Durch eine gemeinsame Schule für alle 6- bis
15-Jährigen soll die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg nicht
schon nach der Volksschule gefällt werden", fordert Michlmayr. Durch
flächendeckende Ganztagsbetreuung sollen Eltern nicht mehr für teure
private Nachhilfe zahlen oder selbst den Kindern beim Lernen helfen
müssen.
Rückfragehinweis:
ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
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OTS0108 2010-07-29/11:44
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